Western States 100 2026: Walmsley gegen Jornet beim Trail-Olymp

Western States 100 2026: Walmsley gegen Jornet beim Trail-Olymp

6 Min. Lesezeit

Am 27. Juni 2026 fällt in Olympic Valley der Startschuss zum Western States 100, dem prestigeträchtigsten Trail-Ultra der Welt. 161 Kilometer durch die Sierra Nevada, 30 Stunden Limit und ein Starterfeld, das so tief ist wie nie: Jim Walmsley gegen Kilian Jornet, dazu sechs frische Golden-Ticket-Gewinner.

29.05.2026

Kurzer Sprint

  • Der Western States 100 läuft am 27. und 28. Juni 2026 über 161 Kilometer von Olympic Valley nach Auburn, mit 30 Stunden Zeitlimit.
  • Im Mittelpunkt steht das Duell Jim Walmsley gegen Kilian Jornet, zwei der größten Namen des Sports.
  • Sechs Athleten holten ihr Ticket über die Canyons Endurance Runs 100K im April, darunter Adam Peterman und Riley Brady.
  • Die Strecke summiert rund 5.500 Höhenmeter bergauf und 7.000 bergab, dazu Hitze im Canyon.
  • Für dich als Trailrunner liegt die Lehre im Hitze- und Pacing-Management, nicht im reinen Tempo.
161 km
Distanz von Olympic Valley nach Auburn
~5.500 m
Höhenmeter bergauf, rund 7.000 bergab
30 Std.
Cutoff für eine offizielle Wertung

 

Warum Western States der Olymp der Trail-Szene ist

Es gibt härtere Rennen als den Western States 100. Es gibt höhere, kältere, technischere. Aber keines hat dieses Gewicht. Der Lauf von Olympic Valley nach Auburn gilt mit Wurzeln im Jahr 1974 und dem ersten offiziellen Rennen 1977 als ältester 100-Meilen-Trail der Welt und gilt als die Wiege des modernen Ultrarunnings. Wer hier gewinnt, schreibt Geschichte.

Das Rennen ist Teil der UTMB World Series und der Zugang ist absurd schwer. Die meisten Läufer brauchen Jahre, in denen sie sich über eine Lotterie oder über Golden Tickets bei ausgewählten Qualifikationsrennen einen Platz erkämpfen. Genau diese Knappheit macht die Startlinie zu einer der begehrtesten im ganzen Sport.

Für die deutschsprachige Trail-Szene ist der Western States das Fenster, durch das man der absoluten Weltspitze zuschaut. Wer selbst lange Distanzen läuft, erkennt im Rennen die eigenen Themen wieder, nur ins Extreme gedreht. Ein Gefühl für die mentale Seite langer Strecken gibt dir auch unser Blick auf den Comrades Marathon.

 

Walmsley gegen Jornet: das Duell 2026

Die Schlagzeile schreibt sich von selbst. Jim Walmsley, 36, vierfacher Sieger und Streckenrekordhalter, trifft auf Kilian Jornet, 38, den vielleicht größten Bergläufer aller Zeiten. Walmsley kennt jeden Meter dieser Strecke, Jornet bringt eine Bandbreite mit, die von Skibergsteigen bis zu Rekordversuchen an den höchsten Gipfeln reicht.

Hinter den beiden steht ein Feld, das laut Veranstalter das tiefste der Geschichte ist. Über die Canyons Endurance Runs 100K Ende April sicherten sich Adam Peterman, Zach Miller, Hayden Hawks und Riley Brady die letzten Startplätze. Jeder von ihnen könnte an einem guten Tag aufs Podium laufen.

Spannend ist, dass Erfahrung und Talent hier oft anders gewichtet werden als im Stadion. Beim Ultra entscheidet selten der schnellste Läufer, sondern der, der am wenigsten Fehler macht. Wie sehr saubere Belastungssteuerung über solche Distanzen trägt, zeigt unser Guide zu personalisiertem Zone-2-Training.

Trail-Läufer auf einem staubigen Bergpfad in einer Canyon-Landschaft bei Hitze
Die Canyons der Sierra Nevada werden im Tagesverlauf zum Backofen, hier entscheidet sich das Rennen.

 

Hitze, Canyons und der Punkt, an dem es bricht

Das Profil klingt erst einmal gnädig: netto geht es bergab, von rund 1.800 Metern Höhe hinunter nach Auburn. Doch der Schein trügt. Die langen Abstiege zerstören die Oberschenkel und in den tiefen Canyons der Streckenmitte staut sich die Hitze auf weit über 40 Grad.

Genau dort, im sogenannten Canyon-Abschnitt nach der Hälfte, zerfällt jedes Jahr das Feld. Läufer, die zu schnell gestartet sind, verlieren in der Mittagshitze ganze Stunden oder steigen aus. Wer clever war, hat Körner gespart und überholt jetzt die, die im roten Bereich gestartet sind.

Die Flussdurchquerung am American River und der berüchtigte Schlussabschnitt nach Auburn fordern noch einmal alles. Erfolg beim Western States heißt, 30 Stunden lang Entscheidungen über Tempo, Kühlung und Verpflegung richtig zu treffen, während der Körper rebelliert.

 

Was du als Hobby-Trailrunner mitnimmst

Du musst keine 161 Kilometer laufen, um vom Western States zu lernen. Drei Prinzipien lassen sich auf jeden langen Trail übertragen.

Erstens: Hitze ist trainierbar. Wer im Sommer Rennen plant, gewöhnt den Körper über Wochen an Wärme, statt am Renntag überrascht zu werden. Zweitens: Bergab ist eine Disziplin für sich. Die exzentrische Belastung beim Downhill zerstört die Beine schneller als jeder Anstieg, also gehört Downhill-Training in den Plan. Drittens: Verpflegung entscheidet. Über viele Stunden bricht weniger die Muskulatur als der Magen, deshalb übst du deine Strategie im Training, nicht im Wettkampf.

Wie wichtig Erholung und Schlaf für die Leistung über lange Distanzen sind, vertieft unser Überblick zu Recovery mit Wearables. Der Western States bleibt für die meisten ein Traum aus der Ferne. Aber er verändert, wie du über deinen nächsten langen Lauf denkst.

 

Cool-down

Klick auf eine Frage um die Antwort aufzuklappen.

Wann ist der Western States 100 2026?
Am 27. und 28. Juni 2026. Der Start ist in Olympic Valley in Kalifornien, das Ziel in Auburn. Das Zeitlimit für eine offizielle Wertung liegt bei 30 Stunden.
Wer sind die Favoriten?
Die größten Namen sind Jim Walmsley, vierfacher Sieger und Streckenrekordhalter und Kilian Jornet. Dazu kommt ein historisch tiefes Feld mit Golden-Ticket-Gewinnern wie Adam Peterman, Zach Miller und Hayden Hawks.
Warum ist die Hitze so ein Faktor?
In den tiefen Canyons der Streckenmitte staut sich die Hitze auf weit über 40 Grad. Dort verlieren unvorbereitete Läufer im Mittagsabschnitt viel Zeit oder steigen aus. Hitzemanagement entscheidet das Rennen mehr als reines Tempo.
Wie kommt man überhaupt an den Start?
Über eine stark überzeichnete Lotterie oder über Golden Tickets, die bei ausgewählten Qualifikationsrennen vergeben werden. Beides setzt einen qualifizierenden Ultra voraus. Für die meisten Läufer ist es ein Projekt über mehrere Jahre.
Was kann ich als Hobbyläufer daraus lernen?
Vor allem drei Dinge: Hitze gezielt im Training simulieren, Bergab-Laufen als eigene Belastung üben und die Verpflegungsstrategie im Training testen statt im Wettkampf. Diese Prinzipien tragen auf jedem langen Trail, egal wie weit.

 

Elias Kollböck - Redakteur InspiredBySports

AUTOR:

Elias Kollböck

Quelle Titelbild: Pexels / RUN 4 FFWPU (px:13158584)

Bild im Beitrag: KI-generiert (Mai 2026)