Transvulcania 2026: Sinclair bricht den 11-Jahre-Rekord

28.05.2026
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David Sinclair lief am 9. Mai 2026 die Transvulcania in 6:32:24 und nahm einem Streckenrekord von Luis Alberto Hernando aus dem Jahr 2015 ganze 20 Minuten ab. Hinter ihm finishte mit Andreas Reiterer aus Südtirol ein Südtiroler auf Rang sechs, bei den Frauen lief Daniela Oemus als beste Deutsche auf Platz sieben. Drei Wochen später kannst du aus dem Tag auf La Palma mehr lernen als aus jedem Trainingsplan, der dir gerade auf Instagram angeboten wird.
Warum 6:32:24 mehr ist als eine schnelle Zeit
Ein Streckenrekord, der elf Jahre hält, fällt nicht nur weil ein Läufer einen guten Tag hat. Hernandos Marke aus 2015 galt als unantastbar, weil sich die Strecke kaum verändert hat und die Konkurrenz in den letzten Jahren stark war. Sinclair hat die Hauptzeit auf der ersten Hälfte gemacht, dort wo es vom Meer hoch zum Roque de los Muchachos geht. Auf 2.421 Meter Gipfelhöhe lief er bewusst konservativ, statt früh zu attackieren.
Das ist die Lektion, die viele Hobby-Trailer überhören. Wer auf 75 Kilometern mit Höhenmeter-Profil eines Klettersteigs startet, kann die erste Stunde nicht gewinnen. Er kann sie aber verlieren.
Sinclair sagte nach dem Rennen, es sei das beste Rennen seines Lebens gewesen. Wenn du dir die Zwischenzeiten bei iRunFar anschaust, siehst du was er meinte. Er lief die zweite Hälfte schneller als die erste. Negative Split auf einer Ultra-Distanz mit über 4.000 Höhenmetern ist selten und braucht Kopf.
Reiterer und Oemus – was die deutschsprachigen Plätze sechs und sieben erzählen
Was im internationalen Recap untergeht: Auf Platz sechs bei den Männern lief Andreas Reiterer aus Italien, der in der Südtiroler Trail-Szene fest verwurzelt ist und in 6:49:52 finishte. Das ist eine Zeit, die vor zehn Jahren als absoluter Spitzenwert galt und heute als ehrenwerter sechster Platz durchgeht. Genau dieser Sprung erzählt, wie schnell die Trail-Spitze geworden ist.
Bei den Frauen war Daniela Oemus aus Deutschland als Siebte in 8:44:42 unterwegs. Auch das ist kein Zufallsergebnis. Oemus arbeitet seit Jahren am Übergang von der nationalen Spitze zum internationalen Feld und Transvulcania ist eines der härtesten Rennen, das du dafür wählen kannst.
Wenn du selbst auf einem der vielen Trail-Wettkämpfe zwischen Allgäu und Tirol diesen Sommer startest, ist das die ehrliche Messlatte. Nicht die Sub-6:30-Welt von Sinclair, sondern die Pacing-Disziplin, mit der Reiterer und Oemus solche Distanzen ins Ziel bringen. Die Zone-2-Diskussion aus dem Mai bekommt nach diesem Wochenende einen anderen Ton.
Was du als Hobby-Trailer aus der Pace-Verteilung mitnimmst
Die Transvulcania ist in drei Phasen geteilt und genau so solltest du auch deinen Wettkampf denken. Die erste Phase ist der Aufstieg auf 2.421 Meter. Hier macht der Großteil aller Läufer den gleichen Fehler: zu schnell, zu früh. Sinclair lief diesen Abschnitt im Vorderfeld mit, schonte aber das Nervensystem für später.
Phase zwei ist der lange Downhill zur Küste. 2.000 Höhenmeter bergab klingt nach Erholung, sind aber für Quadrizeps und Knie das brutalste Stück. Wer hier flatschend bremst, hat in Phase drei keine Beine mehr. Wer locker laufen lässt und den Vorwärtsdrang nutzt, gewinnt Sekunden ohne Energie zu verbrennen.
Phase drei ist der Schlussanstieg auf rund 350 Meter über Los Llanos. Klingt nach nichts nach 65 gelaufenen Kilometern. Genau hier hat Sinclair seinen negativen Split gebaut, weil noch genug Reserven da waren.
Das ist die Übertragung für dein nächstes Rennen: Plane jede Distanz über 50 Kilometer in drei Phasen mit klaren Pace-Bändern. Die erste Phase ist immer 5 bis 10 Prozent langsamer, als sich das Gefühl anbietet.
Das Vertical-Kilometer-Rennen verschiebt den Maßstab
Am Vortag der Ultra lief Richard Omaya Atuya den Vertical Kilometer in 45:01 und setzte damit einen neuen Streckenrekord. 1.000 Höhenmeter in unter 46 Minuten – das ist die Arbeitsökonomie, die jeden Maßstab im Berglauf neu kalibriert. Joyce Njeru gewann die Frauenwertung in 55:02.
Was bedeutet das für dich? Nichts und alles. Niemand erwartet von dir eine VK-Zeit unter einer Stunde. Aber dein eigener Hausberg gibt dir denselben Test im Kleinen. Such dir 200 Höhenmeter am Stück, lauf sie zehn Mal in vier Wochen und du wirst eine konkrete Zahl haben, an der du dich messen kannst. Das ist ehrlicher als jeder Trainingsplan, der dir Watt pro Kilo verspricht.
Wenn du gerade Richtung Klettersteig-Saison oder erstes Bergrennen schaust, ist Mai der Monat, in dem du diese Routine festsetzt. Wer im Juni nicht angefangen hat, läuft im August hinterher.
Sinclairs Auftritt sortiert die Trail-Saison neu
Transvulcania ist traditionell das Rennen, an dem sich die internationale Trail-Spitze im Frühjahr neu einsortiert. Mit Sinclair vorne, Petter Engdahl aus Schweden auf zwei und Nadir Maguet aus Italien auf drei ist klar, dass die Sommer-Rennen von UTMB bis Sierre-Zinal anders aussehen werden als 2024.
Für die Berglauf-Szene zwischen Garmisch und Innsbruck heißt das zweierlei: Erstens liegt die Latte für Top-Ten-Plätze auf großen Bühnen höher. Zweitens stehen mit Reiterer und Oemus Athleten bereit, die diese Latte ernsthaft anpeilen. Du kannst ihre Rennen über die nächsten Monate live verfolgen. Trail-Saison 2026 ist gerade richtig aufgegangen.
Wer selbst plant, dieses Jahr noch einen Ultra zu starten, sollte den Tag auf La Palma als Erinnerung nehmen. Eine schnelle Zeit kommt aus Kopf und Pacing, nicht aus Beinen allein. Wenn du jetzt noch HYROX-Tempelhof als Cross-Training nutzt, hast du im August ein gutes Polster für die Trail-Distanz.
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Redaktion IBS Publishing ››
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Bildquelle: KI-generiert (Mai 2026)






