Comrades Marathon 2026: Das musst du vor dem Start wissen
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Am 14. Juni 2026 jagen rund 20.000 Läufer über 85,777 Kilometer bergauf von Durban nach Pietermaritzburg. Zwölf Stunden Limit, fünf brutale Anstiege, ein Mythos seit fast hundert Jahren: der Comrades Marathon. Das ist 2026 neu, und das nimmst du für deinen nächsten langen Lauf mit.
29.05.2026
Warum der Up Run als der schwerere gilt
Der Comrades wechselt jedes Jahr die Richtung. 2026 ist ein Up Run, das heißt: Start auf Meereshöhe in Durban, Ziel auf rund 680 Metern in Pietermaritzburg. Netto geht es also bergauf, und genau das macht diese Variante zur gefürchteten. Du bezahlst jeden Höhenmeter mit den Beinen, die du am Ende für den Zielsprint nicht mehr hast.
Die offizielle Distanz von 85,777 Kilometern ist die kürzeste Up-Run-Strecke der jüngeren Geschichte. Der Grund ist unspektakulär: Bauarbeiten an den Straßen in KwaZulu-Natal haben die Streckenführung verschoben. Wer den Comrades kennt, weiß trotzdem, dass ein paar Hundert Meter weniger an den entscheidenden Stellen nichts ändern. Die Anstiege sind dieselben.
Im Vergleich zu einem klassischen Stadtmarathon ist das eine andere Disziplin. Wo du beim Marathon über Tempohärte nachdenkst, geht es hier über Stunden um Kraftausdauer am Berg. Ein Gefühl dafür, wie sehr Belastung über lange Distanz den Körper formt, bekommst du auch aus dem Ausdauertraining der Le-Mans-Werkspiloten, die über 24 Stunden funktionieren müssen.

Die fünf großen Anstiege, die das Rennen entscheiden
Beim Up Run reden alle von den Big Five. Das sind die fünf Anstiege, an denen sich die Spreu vom Weizen trennt, und sie kommen in einer Reihenfolge, die psychologisch fies ist.
- Cowies Hill kommt früh und fühlt sich harmlos an, kostet aber schon Körner, wenn du zu schnell startest.
- Fields Hill ist der erste echte Brocken, ein langer, steiler Zug, der unerfahrene Läufer sofort überfordert.
- Botha’s Hill zieht sich und liegt im Streckenteil, in dem die ersten Zweifel kommen.
- Inchanga wartet etwa zur Halbzeit und gilt als der landschaftlich schönste, aber zermürbende Anstieg.
- Polly Shortts ist der Schlussgegner kurz vor Pietermaritzburg, der Berg, an dem jedes Jahr Läufer ins Gehen verfallen.
Wer den Comrades laufen will, plant nicht in Kilometer-Splits, sondern in Anstiegen. Genau hier hilft datenbasiertes Training: Wenn du deine Intensität sauber steuerst, kommst du an Polly Shortts noch mit Substanz an. Wie du deine Belastungszonen wirklich triffst, zeigt unser Blick auf personalisiertes Zone-2-Training.
Was 2026 neu ist
Für die 99. Ausgabe hat der Veranstalter am Ablauf geschraubt. Es gibt eine angepasste Startzeit, einen Start in drei Gruppen und ein überarbeitetes Cut-off-System. Hinter dem trockenen Wording steckt ein echtes Problem: Bei rund 20.000 Startern dauert es Minuten, bis die hinteren Reihen überhaupt die Startlinie überqueren. Die Gruppen-Lösung soll das Gedränge entzerren und dafür sorgen, dass die Cut-off-Zeiten für alle fair gelten.
Das Zwölf-Stunden-Limit bleibt das Herzstück. Wer nach zwölf Stunden nicht im Ziel ist, steht in der Statistik als DNF, egal wie nah. Diese Härte ist Teil des Mythos. Sie zwingt jeden Teilnehmer, das eigene Pacing ernst zu nehmen, statt sich auf einen guten Tag zu verlassen.
Was deutschsprachige Läufer mitnehmen
Du musst nicht nach Südafrika fliegen, um vom Comrades zu lernen. Drei Dinge lassen sich auf jeden langen Lauf übertragen.
Erstens: Bergauf ist eine eigene Fähigkeit. Wenn deine Hausstrecke flach ist, suchst du dir gezielt Anstiege oder stellst das Laufband auf Steigung. Zweitens: Hitze ist ein Faktor. Der Comrades startet im südafrikanischen Winter, aber die Sonne über offener Straße ist trotzdem brutal, und Hitzemanagement entscheidet über die letzten Stunden. Drittens: Erholung ist Teil des Plans, nicht das, was danach kommt. Wie sehr Schlaf und Regeneration die Leistung tragen, zeigt unser Überblick zu Recovery mit Wearables.
Der Comrades ist kein Rennen für nebenbei. Aber als Fernziel verändert er, wie du über lange Distanzen denkst. Und manchmal reicht schon das, um den nächsten langen Lauf anders anzugehen.
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Quelle Titelbild: Pexels / RUN 4 FFWPU (px:10313668)
Bild im Beitrag: KI-generiert (Mai 2026)






