Trainingsdaten: Coros, Wahoo und Garmins Datenmauer

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Du schnallst die neue Uhr ums Handgelenk und willst raus. Erst beim Einrichten kommt die Frage, die beim Kauf fast niemand stellt: Was passiert mit sechs Jahren Training auf der alten Plattform? Jedes Intervall, jeder Berglauf, jede Schwelle steckt in einem Account, der den Abschied schwer macht. Im April hat sich in einem Londoner Studio genau daran etwas verschoben. Coros und Wahoo öffnen ihre Plattformen füreinander. Die Botschaft zielt auf den Hersteller, der gar nicht im Raum saß: Garmin.
Was Coros und Wahoo in London geöffnet haben
Coros und Wahoo haben ihre Partnerschaft am 24. April in den Protein Studios in London angekündigt, ein paar Tage vor dem London Marathon. Beide bauen für ambitionierte Ausdauersportler, aber ohne Garmins Marktmacht. Genau deshalb war der Schritt logisch: Wenn einer den Markt über seine Plattform bindet, müssen die anderen den Ausgang zeigen.
Der Kern ist eine Schnittstelle, die in beide Richtungen arbeitet. Was du auf einer Coros-Uhr aufzeichnest, landet automatisch in der Wahoo-App. Was du auf einem Wahoo-Gerät fährst, taucht in der Coros-Plattform auf. Strukturierte Trainingspläne und geplante Routen sollen folgen, die waren zum Start noch nicht dabei. Dazu koppelt eine Coros-Uhr jetzt direkt mit dem KICKR-RUN-Laufband über einen eigenen Bluetooth-Kanal und schickt Werte wie Bodenkontaktzeit und Schrittfrequenz schneller hinüber als über die Standardverbindung.
Praktisch heißt das: Du musst dich nicht mehr für ein Lager entscheiden. Eine Coros am Handgelenk und ein Wahoo-Trainer im Keller erzählen künftig dieselbe Trainingsgeschichte. Wahoo verkauft inzwischen sogar die Coros Pace 4 und Apex 4 im eigenen Shop. the5krunner las daraus schon am Launch-Tag die eigentliche Botschaft: noch keine Fusion, aber Garmin sollte aufpassen.
Warum Garmins Mauer im FIT-Format steht
Garmin baut gute Hardware. Strittig wird es erst, wenn du wieder herauswillst. Deine wichtigsten Werte liegen im FIT-Format: Training Load, Body Battery, Laufleistung in Watt, all die proprietären Metriken, für die du die Uhr überhaupt gekauft hast. Exportierst du nur als GPX, bekommst du Strecke und Höhenmeter, der Rest fehlt. TCX trägt etwas mehr, aber längst nicht alles.
Den einzelnen Lauf kannst du auf der Website noch als FIT ziehen. Die Garmin-App am Handy hat dafür keine Funktion, in keinem Dateiformat. Das wirkt weniger wie eine technische Lücke als wie eine Produktentscheidung. Wer seine komplette Historie sichern will, muss einen Komplett-Export anstoßen, den Garmin manuell verarbeitet und ein bis zwei Tage später per Mail schickt. Bei mehreren Jahren täglicher Aufzeichnungen rechnest du besser mit dem zweiten Tag.
Der Sync zu Strava oder TrainingPeaks läuft zwar bequem über Partner-Schnittstellen. Doch Garmin entscheidet, welche Tür offen steht. Je länger du dabei bist, desto teurer fühlt sich der Wechsel an. Der Preis sitzt im Kopf: Sechs Jahre Daten, an die du dich gewöhnt hast, lässt man nicht leichtfertig zurück. Genau dieser Mechanismus hält dich.
Deine nächste Uhr braucht einen Ausgang
Die Coros-Wahoo-Allianz ist technisch kein riesiger Sprung. Entscheidend ist, was sie verkauft: Offenheit. Zwei Hersteller stellen sich hin und sagen, deine Daten sollen zwischen unseren Welten frei fließen. Das setzt den Marktführer unter Druck. Wenn der Wettbewerb mit Datenhoheit wirbt, wird die geschlossene Tür zum Nachteil.
Für dich am Handgelenk bedeutet das vor allem eins: Stell die Plattform-Frage vor der Hardware-Frage. Nicht nur, welche Uhr die schöneren Metriken zeigt, sondern auch, wie du im Zweifel wieder rauskommst. Eine Uhr trägst du zwei, drei Jahre. Deine Trainingshistorie willst du länger behalten. Wer einmal beim Wechsel vor einer halb leeren Datei stand, vergisst die Lektion nicht.
Und du musst nicht warten, bis die Hersteller das für dich lösen. Wie du deine Regeneration über Daten steuerst, hängt am Ende davon ab, dass dir diese Daten auch gehören. Ein neutraler Sammelpunkt, der kein Geräte-Hersteller ist, nimmt dir die Abhängigkeit. Dann bestimmst du, welche Marke als Nächstes ans Handgelenk kommt, und nicht die Datei, die du nicht mitnehmen konntest.
Cool-down
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Redaktion IBS Publishing ››
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Bildquelle: Titelbild und Beitragsbilder KI-generiert (Juni 2026)







