Western States 100 2026: Bouillard bricht den Rekord

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13:46:15. Mit dieser Zeit ist Vincent Bouillard beim Western States 100 durchs Ziel gelaufen und hat den Streckenrekord von Jim Walmsley aus dem Jahr 2019 um 23 Minuten und 12 Sekunden zertrümmert. Vor genau einem Jahr war der Franzose bei Meile 80 desselben Rennens ausgestiegen. Diesmal blieb er nicht nur im Rennen, er lief das älteste 100-Meilen-Trailrennen der Welt so schnell wie noch nie ein Mensch zuvor. Und er war nicht allein: Gleich drei Männer blieben unter der alten Rekordmarke.
Was in den Sierra-Canyons passierte
Der Western States 100 führt über 100 Meilen von Olympic Valley bis nach Auburn, durch die High Country der Sierra Nevada, hinunter in die berüchtigten Canyons und über den American River. Das Rennen ist die Referenz im Ultratrail, seit 1974. Und selten war ein Rekord so überfällig wie dieser: Walmsleys 14:09:28 aus 2019 galt als kaum angreifbar.
Bouillard hat ihn nicht angekratzt, sondern eingerissen. 13:46:15 bedeutet sub-14 Stunden, ein Wert, der lange als theoretische Grenze galt. Bemerkenswert ist die Dichte an der Spitze: Mit Francesco Puppi bei seinem 100-Meilen-Debüt in 13:51:08 und Ryan Montgomery in 13:53:55 blieben gleich drei Läufer unter der alten Bestzeit. Ein solches Podium hat es in Auburn noch nie gegeben.
Vom DNF zum Rekord in zwölf Monaten
Die eigentliche Geschichte ist kein Split, sondern ein Bogen. Wer nur die Zeit liest, verpasst, was diesen Sieg trägt.
2025: Aus bei Meile 80
Im Vorjahr stieg Bouillard tief im Rennen aus, kurz bevor der Zielort in Reichweite kam. Ein DNF an dieser Stelle ist brutal, weil der Großteil der Arbeit schon getan ist. Genau solche Rennen entscheiden, ob jemand wiederkommt oder aufhört.
2026: kühles Wetter als Türöffner
Die Canyons zwischen Meile 30 und 60 sind der Rekord-Killer, wenn die Hitze steht. Diesmal blieb es kühl. Das nahm dem Rennen die übliche Zermürbung und erlaubte ein Tempo, das in einem Hitzejahr niemand hätte halten können.
Der Titelverteidiger steigt aus
Jim Walmsley, viermaliger Sieger und Rekordhalter, gab kurz vor Foresthill bei Meile 62 auf. Der Mann, dessen Marke fiel, war am Renntag selbst nicht mehr dabei, um sie zu verteidigen.
Was der Rekord für dein eigenes Laufen bedeutet
Ein sub-14-Stunden-Lauf über 100 Meilen ist eine andere Welt als dein Trainingsalltag. Trotzdem steckt in diesem Renntag eine Lektion, die auf jeder Distanz trägt: Das Wetter diktiert das Pacing, nicht dein Ego. Bouillard und Puppi konnten das Rekordtempo nur gehen, weil die Bedingungen es zuließen. In einem Hitzejahr wäre derselbe Plan ein sicheres Rezept fürs Aus gewesen.
Für dich heißt das: Deine Zielzeit ist eine Hypothese, kein Vertrag. Wer bei 32 Grad denselben Split laufen will wie bei 14 Grad, blowt sich in den Canyons genauso auf wie im heimischen Sommerlauf. Wie stark Hitze und Verpflegung über einen langen Tag entscheiden, haben wir im Trinkwesten-Test auseinandergenommen. Und wer die Mechanik großer Bergrennen verstehen will, findet in den Lektionen vom Zugspitz Ultratrail die europäische Variante derselben Physik.
Die zweite Lektion ist die vom Comeback. Ein DNF ist kein Urteil, sondern eine Zwischenzeit. Bouillard hat zwölf Monate gebraucht, um aus dem Ausstieg bei Meile 80 einen Streckenrekord zu machen. Das ist die eigentliche Nachricht dieses Renntags, egal wie weit du selbst läufst.
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Redaktion IBS Publishing ››
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Bildquelle: Titelbild und Beitragsbilder KI-generiert (Mai 2026)







