Adizero Dropset Pro taugt für Läufe bis fünf Kilometer
5 Min. Lesezeit
Der neue Trainingsschuh von adidas soll mit Marathonschaum Laufband und Kraftbereich zugleich bedienen, doch die ersten unabhängigen Tests kommen zu gegensätzlichen Urteilen. Wer Laufintervalle mit schweren Kraftübungen kombiniert, muss abwägen, welche Grenze er dem Paar zumutet. Beim reinen Laufen widersprechen sich zwei Redaktionen, zwei Praxistests empfehlen ihn nur für gemischte Einheiten.
adidas stattet einen Trainingsschuh mit Rennschuh-Technik aus
adidas hat den Adizero Dropset Pro am 17. Juni 2026 in Herzogenaurach vorgestellt und ihn noch am selben Tag für 150 Euro in den Verkauf gebracht. Erstmals gezeigt wurde das Modell bei den HYROX World Championships in Stockholm, der Weltmeisterschaft des Hybrid-Trainings. Mit dem Schuh übernimmt der Konzern Material aus seinen Wettkampfschuhen in die Dropset-Trainingslinie.
Der Schuh kombiniert den Marathonschaum Lightstrike Pro mit Energy Rods, der Dämpfung Lighttraxion und Continental-Gummi. Den Unterbau rundet ein dünner Sockliner ab. Lightstrike Pro ist der Schaum, den adidas auch in seinen Marathonrennschuhen einsetzt. Laut Newsroom sind dafür Laufband-Intervalle vorgesehen, im Wechsel mit Sled Push, gewichteten Lunges, Farmer Carry und Wall Balls.
Bernhard Serr, Produktchef für Training bei adidas, begründet das Konzept damit, dass Athleten nicht mehr in einer Spur trainierten. Der Schuh müsse deshalb Speed und Kraft gleichermaßen abdecken. Gemeint sind Sportler, die Laufen und Kraftarbeit in derselben Woche oder gar in einer Einheit verbinden. Ob das gelingt, zeigen unabhängige Prüfberichte und die fallen bislang uneinheitlich aus.
Zwei Redaktionen, zwei gegensätzliche Urteile zum Laufen
That Fit Friend und Road Trail Run haben denselben Serienschuh getrennt voneinander geprüft. Ihre Messwerte liegen nah beieinander, beim Drop, der Differenz zwischen Ferse und Vorfuß, trennt sie ein Millimeter, die Gewichte stammen aus unterschiedlichen Referenzgrößen. Die Gegenüberstellung zeigt die Tabelle. Auseinander gehen die beiden Redaktionen bei der Frage, ob der Schuh fürs reine Laufen taugt.
| Messung | That Fit Friend | Road Trail Run |
|---|---|---|
| Drop | 6 mm | 7 mm |
| Stack Ferse / Vorfuß | nicht genannt | 29 / 22 mm |
| Gewicht | 9,1 Unzen (US 10) | 224 g (US 8,5) |
| Hebegrenze | rund 84 kg | nicht genannt |
Quelle: That Fit Friend und Road Trail Run, Tests 2026. adidas Newsroom nennt 150 Euro. Drop und Stack fehlen in der Herstellerangabe.
Für That Fit Friend taugt der Schuh zum Laufen auf Strecken von 5 Kilometern und darunter, oberhalb dieser Distanz gelten lange Läufe bei der Redaktion als ungeeignet. Vorne fällt die Zehenbox eng aus. Beim Krafttraining nennt die Redaktion zwei Marken: Bis rund 84 Kilogramm gilt ihr das Paar im Hybrid-Training als Hebeschuh, schwere Kniebeugen und Kreuzheben über rund 180 Kilogramm verweist sie an das Vorgängermodell Dropset 4.
Road Trail Run betrachtet dieselbe Konstruktion aus der Gegenrichtung. Aus reiner Laufsicht sei der Hinterbau überstabilisiert und flacher als bei einem üblichen Adizero, notiert die Redaktion, für reine Kilometer tauge der Schuh deshalb nicht. Aus zwei Prüfungen wird so einmal ein Laufschuh mit Hebegrenze und einmal ein Schuh mit stabilem Hinterbau fürs Studio. Der Einwand zielt damit weniger aufs Heben als aufs reine Laufen.
Praxistests verorten das Paar zwischen den Extremen
Fitness Drum hat den Schuh nach sieben Tagen Praxistest bewertet und nennt ihn den überzeugendsten Hybrid-Trainer, den die Redaktion bislang getragen hat. Autor Robert Turp begrenzt den Einsatz dennoch: Für Ein-Wiederholungs-Maxima in Kniebeuge und Kreuzheben sowie für Powerlifting tauge das Modell nicht.
Sneakerjagers hat den Adizero Dropset Pro am 7. September in einem von adidas organisierten Hybrid-Training getragen. Die Schlusswertung fällt zweigeteilt aus, für reine Laufkilometer greife die Redaktion weiterhin zum Evo SL aus dem Adizero-Programm. Den Dropset Pro reserviert der Test für gemischte Einheiten, in denen sich Laufen und Kraftarbeit abwechseln.
HiConsumption ordnet den Schuh in die adidas-Palette ein
Ian Rebello hat das Modell am 24. Juni bei HiConsumption in die adidas-Palette eingeordnet. Der Dropset Elite war bereits im März erschienen und gilt als Schuh für den Renntag, der Dropset Pro tritt als dessen Trainingsversion an. Auch der Hersteller selbst zeichnet dieselbe Staffelung, beim Elite handelt es sich demnach um den Rennschuh, beim Pro um das Alltags- und Vorbereitungsmodell. Die Gliederung zielt auf Sportler, die an Wettkämpfen antreten und an den übrigen Tagen der Woche trainieren.
Das Wochenprogramm entscheidet über den Kauf
Hybrid-Sportler, die Laufintervalle bis 5 Kilometer mit Kraftarbeit unter rund 84 Kilogramm mischen, bekommen nach den vorliegenden Tests ein Paar für beides. Für regelmäßige längere Läufe oder schwereres Heben bleiben denselben Tests zufolge zwei Paare nötig. Fitness Drum hält die Frage nach der Haltbarkeit auch nach der ersten Woche ausdrücklich offen, ein Urteil dazu braucht eine ganze Saison.
- ▸ Hybrid-Blöcke mit Sled, Lunges und Farmer Carry
- ▸ Läufe bis fünf Kilometer im selben Block
- ▸ 150 Euro statt des Elite-Rennschuhs
- ▸ Maximalversuche in Kniebeuge und Kreuzheben
- ▸ Reine Laufkilometer (dafür Evo SL)
- ▸ Lange Läufe über fünf Kilometer
Cool-down
Klick auf eine Frage um die Antwort aufzuklappen.
Was verbirgt sich hinter Hybrid-Training, das der Schuh abdecken soll?
Passt der Adizero Dropset Pro in der gewohnten Schuhgröße?
Gibt es den Schuh auch für Damen?
Redakteur InspiredBySports ››
Nike Hybrid: Fly und RN für Hybrid-Training →
Hamburg ausverkauft: Wo es bei HYROX noch Startplätze gibt →
Teva Trailpeak: weich auf Schotter, schwach am Fels →
Rucking: Last am Rumpf statt Stationen-Zirkel →
Regeneration: Warum der Ruhetag zum Trainingsplan gehört →
Quelle Titelbild: Pressefoto / adidas






