Alpiner Steinpfad zwischen Tannen, Berggipfel im Hintergrund

Transalpine Run 2026: Ein Chilene gewinnt die erste Schweiz-Route

4 Min. Lesezeit

Chilenische Medien melden Luis Valle Barrientos als Solo-Sieger des Dynafit Transalpine Run 2026, sieben Tage von Lenzerheide nach Locarno. Der Veranstalter hat zwei Tage nach dem Finale am 3. September noch keine vollständige Ergebnisliste veröffentlicht.

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Kurzer Sprint

  • ▸ Finale am 3. September in Locarno, Start war der 28. August in Lenzerheide. Erste Ausgabe komplett in der Schweiz.
  • ▸ Está Pasando meldet Luis Valle Barrientos aus Chile als Solo-Sieger der Männer und ersten Läufer aus Lateinamerika; eine Veranstalterliste fehlt (Stand 5. September).
  • ▸ Tòfol Castanyer aus Sóller auf Mallorca wird Dritter: 25 Stunden und 48 Minuten für 245,5 Kilometer.
  • ▸ Etappe 1 wurde von 33 auf 19 Kilometer verkürzt; Etappe 4 startete in Gruppen statt im geschlossenen Feld.
  • ▸ Team-Sieger, Solo-Frauen und Finisher-Zahl hat der Veranstalter bisher nicht veröffentlicht (Stand 5. September).

Der Sieger kommt aus Til Til

Luis Valle Barrientos wohnt in Til Til nördlich von Santiago de Chile. Am 3. September lief er in Locarno als Erster der Solo-Wertung über die Linie. Das chilenische Portal Está Pasando meldete den Sieg noch am selben Tag und nennt ihn den ersten Champion aus Chile und aus ganz Lateinamerika in dieser Kategorie. Eine offizielle Siegerliste des Veranstalters gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Presseseite des Rennens endet mit der Vorschau vom 24. August.

Im Interview mit Está Pasando sprach Valle zuerst von Müdigkeit. „Ich verarbeite es noch. Sieben Renntage, mehr als 250 Kilometer, über 15.000 Höhenmeter quer durch die Alpen. Das Gefühl ist vor allem Müdigkeit, aber eine glückliche Müdigkeit“, sagte er Está Pasando, hier aus dem Spanischen übersetzt. Einen Glückstreffer will er darin nicht sehen: „Das ist Planung, Disziplin und ein Kopf, der sieben Tage am Stück durchhält.“ Die mehr als 250 Kilometer sind seine Rundung; laut Setmanari Sóller sind es offiziell 245,5 Kilometer. Sein Trainer Leonardo Astorga begleitet ihn seit 2015, als Nächstes startet er im Dezember beim K42, einem Eintages-Berglauf auf den Kanaren.

Was ist der Transalpine Run? Ein siebentägiges Trail-Etappenrennen über die Alpen, seit 2005 ausgetragen, zu zweit als TAR Team oder allein als TAR Solo. Die Kurzform RUN2 nimmt nur die ersten zwei Etappen.

Ein Mallorquiner läuft sieben Tage aufs Podium

Hinter Valle kam Tòfol Castanyer aus Sóller auf Mallorca als Dritter ins Ziel. Das Wochenblatt Setmanari Sóller rechnet ihm knapp 26 Stunden reine Laufzeit für die ganze Woche vor. Die Gesamtwertung ist die Summe aller Tageszeiten, es gewinnt, wer sieben Tage stabil bleibt, nicht wer einen einzelnen Tag gewinnt. Castanyers Woche zeigt das: kein einziger Tagessieg, nie schlechter als Vierter, sieben Tage ohne Einbruch.

Etappe Distanz Castanyers Tagesplatz
1 19 km 3.
2 51 km 3.
3 30 km 4.
4 39 km 2.
5 35 km 3.
6 29,5 km 3.
7 41 km 4.

Quelle: Setmanari Sóller, 4. September 2026, Plätze laut Zeitung. Distanzen laut Streckenseite des Veranstalters, wo diese abweicht (Etappe 1: 19 statt 20 Kilometer, Etappe 7: 41,5). Die Einzeldistanzen ergeben 244,5 Kilometer; die Abweichung zur Zeitungsangabe 245,5 bleibt offen.

Dass ein Läufer aus Chile dieses Feld gewinnt, ist die eigentliche Überraschung der Woche. Der Transalpine Run ist seit zwanzig Jahren ein Rennen der Europäer, die Alpen liegen vor ihrer Haustür, die Sieger kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien. Solo-Frauen, der Zweite der Männer und die Team-Namen fehlen bis zum 5. September in Textform; die Teams zeigt der Veranstalter nur auf Siegerfotos.

Eine Schweiz-Premiere, unterwegs beschnitten

Die Ausgabe 2026 war die erste, die die Alpen nur innerhalb der Schweiz kreuzt: von Lenzerheide in Graubünden über den Alpenhauptkamm hinunter ins Tessin und an den Lago Maggiore. Ganz so lang wie angekündigt wurde die Route nicht. Die erste Etappe schrumpfte von 33 auf 19 Kilometer, die Höhenmeter des Tages halbierten sich damit fast. Etappe 4 bekam einen Flying Start, die Läufer gingen also in Gruppen statt im Massenstart auf die Strecke. Einen Grund nennt der Veranstalter für beides nicht. Die letzten beiden Tage blieben wie geplant: erst ins Verzasca-Tal, dann das lange Finale hinunter nach Locarno, wo ab 18:30 Uhr im Lido die Finisher-Party stieg.

Was der Veranstalter noch schuldig ist

Für ein Rennen, das mehr als 1.600 Euro Startgeld pro Person nimmt, ist die Nachlese dünn. Vor dem Start sprach die Presseinformation von mehr als 430 Teilnehmenden aus 28 Nationen, wie viele in Locarno ankamen, hat niemand veröffentlicht. Die Fotogalerie zeigt Siegerbilder für die Team-Wertungen, Namen stehen nicht dabei, eine Ergebnisliste fehlt. Und wer 2027 mitlaufen will, findet auf der Seite des Veranstalters bisher weder Ort noch Route. Der erste Chilene, der dieses Rennen gewonnen hat, steht damit vorerst nur in einer chilenischen Zeitung.

Cool-down

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Welche Wertungen gibt es beim Transalpine Run?
TAR Solo für Einzelläufer, TAR Team für Zweierteams in den Klassen Männer, Frauen und Mixed, dazu RUN2 über die ersten zwei Etappen. Die Gesamtwertung ist die Summe der sieben Tageszeiten.
Wie lang war die Strecke 2026 wirklich?
Vorab hieß es 258 Kilometer. Nach der Verkürzung der ersten Etappe auf 19 Kilometer nennt Setmanari Sóller 245,5 Kilometer für die Gesamtwertung.
Lief der Transalpine Run 2026 nur in der Schweiz?
Ja. Lenzerheide, Ilanz, Vrin, Olivone, Biasca, Sonogno und Locarno, erstmals eine komplett schweizerische Route.
Was kostet der Start?
Laut Anmeldeseite rund 1.600 Euro für Solo und rund 3.000 Euro je Team.
Wann und wo läuft der Transalpine Run 2027?
Der Veranstalter hat bisher weder Ort noch Termin genannt, Runner’s World führt das Rennen ohne nächstes Datum.

Quelle Titelbild: Pexels / Christopher Politano (px:34273322)