Squash wird olympisch: härter als jedes Cardio

11.07.2026
Lesezeit: 6 Minuten
Zwei Spieler, vier Wände, ein Ball, der mit über 200 km/h von der Frontwand zurückkommt. 2028 feiert Squash sein olympisches Debüt auf einem Hollywood-Backlot. Im deutschsprachigen Raum bleibt Squash bislang weitgehend unbeachtet.
Squash haftet noch das Bild einer Hallensportart aus den Neunzigern an. Viele kennen ihn aus einer Nebenhalle im Fitnessstudio. Jede Rallye zwingt dich zu schnellen Schritten, tiefen Ausfallschritten und Entscheidungen unter Druck. Zwischen den Ballwechseln bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Die Wände geben dir jeden Fehler sofort zurück.
171 Schläge pro Minute: So arbeitet dein Puls im Court
Ein Squash-Court ist 9,75 Meter lang und 6,4 Meter breit. Die Enge ist der Kern des Spiels: Auf dieser Fläche sprintest, bremst und drehst du dich in jedem Ballwechsel ohne lange Unterbrechung. Untersuchungen zur Belastung im Wettkampf zeigen einen durchschnittlichen Puls von rund 171 Schlägen pro Minute, mit Spitzen zwischen 190 und 199. Beim Laufen erreichst du diesen Bereich meist nur in harten Intervallen. Im Court bleibt dein Puls über weite Teile der Partie auf diesem Niveau.
Der Kalorienverbrauch ist ebenfalls hoch. Je nach Tempo liegen die Schätzungen bei 500 bis 700 Kalorien pro Stunde; bei intensivem Spiel können es bei 75 Kilogramm Körpergewicht bis zu 900 sein. Jede Rallye verbindet Ausdauer mit explosiven Ausfallschritten, während dein Rumpf die schnellen Drehungen abfängt. Der Ball fliegt schneller, als du reagieren kannst. Der Zeitdruck macht den Reiz aus: Dein ganzer Körper muss auf jeden Ball reagieren.
Forbes 2003: Warum Squash auf Platz eins landete
2003 bewertete Forbes zehn Sportarten nach sechs Kriterien: Ausdauer, Kraft, Muskelausdauer, Beweglichkeit, Verletzungsrisiko und Energieverbrauch. Squash kam auf 22,5 Punkte und führte das Feld an. Die Höchstwerte gab es bei Muskelausdauer und Kalorienverbrauch; bei der Herz-Kreislauf-Ausdauer lag die Disziplin nur knapp darunter. Tennis, Rudern und Klettern folgten.
Das Ranking ist mehr als zwanzig Jahre alt. Die Belastung im Court hat sich seitdem nicht verändert: Der Ball bleibt im Spiel, die Wege sind kurz und die Richtungswechsel kommen ohne Vorwarnung. Nach fünfzehn Minuten klebt das Shirt am Rücken, die Beine werden schwer. Der nächste Ball wartet bereits.
Olympia 2028: Der Squash-Court steht auf dem Universal-Backlot
Nach jahrzehntelangen Bewerbungen steht Squash 2028 erstmals im olympischen Programm. Der Sport gehört zu den fünf neuen Disziplinen in Los Angeles, neben Flag Football, Cricket, Lacrosse und Baseball samt Softball. Gespielt wird an einem Ort mit Symbolwert: dem Courthouse Square auf dem Universal-Studios-Gelände, jener Kulisse aus Zurück in die Zukunft. Ein Glascourt mitten in Hollywood macht das Spiel von allen Seiten sichtbar. So wird die Dynamik einer Sportart sichtbar, die im engen Court bisher schwer zu erkennen war.
Für Squash ist das der wichtigste Auftritt seit Jahrzehnten. Das Turnier schafft Sichtbarkeit und kann neue Talente anziehen. Männer und Frauen treten in zwei Turnieren mit je 16 Teilnehmern an, vom 15. bis 24. Juli 2028. Ob Squash dadurch in Deutschland aus der Nische kommt, bleibt offen. Die Bühne dafür ist so groß wie nie.
Fast jede größere Stadt hat Courts, oft in Fitnessstudios oder eigenen Squash-Centern. Schläger und Ball kannst du leihen. Eine Schnupperstunde kostet meist weniger als ein Kinobesuch. Fang mit Technik an und steigere erst danach das Tempo. Wer sofort auf jeden Ball hämmert, brennt in fünf Minuten aus und lernt nichts über Winkel und Timing.
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Bildquelle: Titelbild und Beitragsbilder KI-generiert (Juli 2026)







