Given – The Movie: Eine Familie, 6 Kontinente, 15 Länder

7 Min. Lesezeit

„Given“ ist kein Film über Wellen – es ist eine Reise in die Essenz von Familie. Daize und Aamion Goodwin durchqueren mit ihrem sechsjährigen Sohn 15 Länder und 6 Kontinente, nicht um zu performen, sondern um zu leben. Ihre Motivation? Die Erkundung von Liebe und Zusammenhalt jenseits von Komfort und Routine. Was entsteht, ist ein Labor für Familienzusammenhalt, dokumentiert durch die unverfälschten Augen des Kindes.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Familie Goodwin bereist 15 Länder und 6 Kontinente, von Hawaii bis Afrika.
  • Der Film ist ein Labor für Familienzusammenhalt und die Suche nach dem Wesen von Familie.
  • Der sechsjährige Sohn ist der Narrator und verleiht dem Film eine naive, aber tiefe Perspektive.
  • Die Balance zwischen Surf-Action und stillen Momenten erzeugt eine emotionale Ladung.
  • Der Film dauert 90 Minuten und zeigt die Welt durch die Augen eines Kindes.
90
Minuten Dauer des Films – eine reine Erzählzeit ohne dramatische Schnitte oder Effekte.
15
Länder, die die Familie Goodwin bereist – darunter Surf-Hotspots in Hawaii und Australien sowie abgelegene Küsten in Afrika und Europa.

„Die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen, entfernt alle Filter. Es ist die reinste Form des Entdeckens.“

Eine Familie auf der Suche nach mehr als nur Wellen

Die Reise der Familie Goodwin beginnt nicht mit einem Plan, sondern mit einem Gefühl. Ein Unbehagen, das sich in Alltagsgewohnheiten festgesetzt hat: zu viel Struktur, zu wenig Raum, zu viele Antworten. Daize und Aamion Goodwin sind keine Extremabenteurer, keine Influencer auf der Jagd nach Content. Sie sind Eltern und Surfer, die wissen, dass das Meer ihnen mehr gibt als Adrenalin – es gibt ihnen Klarheit. Und genau diese suchen sie, als sie mit ihrem sechsjährigen Sohn ihre Sachen packen und losziehen. Nicht für ein Jahr, nicht als Projekt – sondern als Lebensform.

Ihr Ziel ist einfach: die besten Wellen der Welt finden. Doch was sie tatsächlich entdecken, ist komplexer. In Hawaii lernen sie, wie man im Camper lebt, ohne Strom, ohne Dusche, dafür mit Blick auf den Ozean. Das Kind wacht auf, zieht sich selbst an, isst Cornflakes aus der Packung – kein Chaos, sondern Ordnung einer anderen Art. In Australien beobachten sie, wie ihr Sohn zum ersten Mal eine Welle allein reitet. Kein Applaus, kein Video – nur ein Blick zwischen den Eltern, der sagt: „Er ist da.“ Ein Moment der Stille, der mehr bedeutet als jeder Triumph.

In Westafrika erleben sie Gastfreundschaft, die nicht von Erwartungen geprägt ist. Kinder rennen barfuß über Sand, teilen Mangos, fragen nicht nach Herkunft. Die Familie Goodwin wird nicht fotografiert, nicht interviewt – sie ist einfach Teil. Jeder Ort wird zu einem Kapitel über Vertrauen, Resilienz und die Kraft der einfachen Dinge. Die Reise ist kein Abenteuer für Instagram, sondern ein echtes Experiment im Familienleben. Die Dynamik zwischen Eltern und Kind wird nicht inszeniert, sondern dokumentiert – in müden Momenten am Strand, in Diskussionen über Regen, in gemeinsamen Mahlzeiten aus Dosen.

Projekte wie Familien-Reise-Dokus zeigen oft nur die Highlights. „Given“ zeigt die Zwischenräume – und genau dort passiert das Wesentliche. Die Familie Goodwin beweist, dass Zusammenhalt nicht in der Heizung, dem Garten oder dem festen Wohnsitz liegt, sondern in der Fähigkeit, gemeinsam aufzubrechen. Ihre Motivation ist nicht der Kick, sondern die Kontinuität – die Gewissheit, dass sie auch in der Fremde eine Familie sind. Die Reise wird zum Labor für Familienzusammenhalt, in dem jeder Tag eine neue Hypothese testet: Wie reagieren wir auf Kälte? Auf Langeweile? Auf Einsamkeit? Die Ergebnisse sind nie perfekt – aber immer ehrlich.

Die unschuldige Perspektive: Ein sechsjähriger Narrator

Der größte künstlerische Coup von „Given“ ist die Entscheidung, den Film aus der Perspektive des Kindes zu erzählen. Der sechsjährige Sohn ist nicht nur Teil der Reise – er ist ihr Herz. Seine Stimme, seine Fragen, seine Kommentare und Reflexionen formen die Erzählung. Er fragt nicht, wie hoch die Welle war, sondern warum der Wind traurig klingt. Er beschreibt einen Fisch nicht nach Art, sondern danach, ob er lacht. Diese Unschuld ist kein Stilmittel – sie ist die Grundlage des Films.

Was der Zuschauer sieht, ist keine objektive Reise – sondern eine subjektive Erfahrung. Ein Sonnenuntergang ist kein Farbspiel, sondern ein Feuer, das die Welt versteckt. Ein Surfbrett ist kein Sportgerät, sondern ein Freund. Diese Interpretationen sind nicht kindisch – sie sind präzise. Sie entlarven die Komplexität, die Erwachsene oft über die Welt legen. Der Film zeigt: Manchmal braucht es keine Analyse, um etwas zu verstehen – man muss nur hinschauen, ohne zu bewerten.

Die Stimme des Kindes wird nicht dramatisiert, nicht nachgesprochen, nicht kommentiert. Sie ist einfach da – wie ein Begleiter, der flüstert, was wir längst vergessen haben. In einem Interview mit The Guardian beschreibt ein Dokumentarfilmer den Effekt der Kind-Perspektive als „die letzte unberührte Wahrnehmung“. Genau das nutzt „Given“: Es ist keine Geschichte über eine Familie – es ist die Geschichte, wie ein Kind die Welt entdeckt.

Die Fragen des Jungen sind oft philosophisch: „Warum haben wir kein Zuhause?“, „Ist die Welle böse, wenn sie uns umwirft?“, „Können Bäume sprechen?“ Sie wirken naiv – doch sie berühren Kernfragen menschlicher Existenz. Der Film antwortet nicht direkt. Er lässt die Bilder sprechen. Und in diesen Bildern liegt die Antwort: Zuhause ist, wo die Familie ist. Die Welle ist weder gut noch böse – sie ist einfach da. Und Bäume, ja, die sprechen – in Wind, in Schatten, in Rinde. Diese Perspektive des Kindes macht „Given“ zu mehr als einer Dokumentation – sie macht ihn zu einer Meditation über das, was wirklich zählt.

Visuelle Poesie und emotionale Ladung

„Given“ ist ein Film, der mit Bildern denkt. Die Kamera folgt nicht nur den Bewegungen der Surfer, sondern den Details, die Erwachsene oft übersehen: die Spuren von Füßen im Sand, das Spiel von Licht auf nasser Haut, die Art, wie ein Kind einen Stein dreht, als wäre er ein Schatz. Diese Aufmerksamkeit für das Kleine macht den Film zu einer visuellen Poesie – kein Effekt, keine Inszenierung, sondern reine Beobachtung.

Die Balance zwischen Action des Surfens und Stille ist meisterhaft. Die Wellen werden nicht als Herausforderung gezeigt, sondern als Gesprächspartner. Die Surfer kämpfen nicht gegen sie – sie tanzen mit ihnen. Und danach? Danach kommt die Ruhe. Die Eltern sitzen am Strand, schweigen, trinken Tee. Das Kind baut Burgen, die das Meer wegwäscht. Diese Momente sind nicht Nebensächlichkeiten – sie sind die eigentliche Handlung.

Die Landschaften werden nicht als Kulisse genutzt, sondern als Charaktere der Reise. Die schneebedeckten Berge Patagoniens wirken genauso lebendig wie die üppigen Regenwälder Costa Ricas. Die Kamera hält lange Einstellungen – keine Schnitte, keine Musik, nur Naturgeräusche. Man hört den Wind, das Knistern des Feuers, das Atmen des Kindes. Diese Stille ist keine Leere – sie ist Fülle.

Die emotionale Ladung des Films entsteht nicht aus Konflikten, sondern aus Präsenz. Es gibt keine dramatischen Streits, keine Verletzungen, keine Rettungsszenen. Stattdessen zeigt der Film, wie Liebe aussieht, wenn sie nicht gesagt, sondern gelebt wird: in einem Blick, in einer Berührung, in einem gemeinsamen Schweigen. Für Zuschauer, die nach einem Film suchen, der berührt, ohne zu manipulieren, ist „Given“ eine Seltenheit. Er ist eine Einladung, langsamer zu werden, hinzuhören, hinzusehen – und sich daran zu erinnern, wie die Welt aussieht, wenn man sie nicht bewerten muss.

Die Wirkung: Eine neue Art und Weise, die Welt zu sehen

Der Film endet nicht mit einem Happy End – er endet mit einer Frage. Was kommt danach? Die Reise der Familie Goodwin ist vorbei, doch ihre Wirkung bleibt. „Given“ verändert nicht nur, wie man über Reisen denkt, sondern wie man über Familie, Natur und Wahrnehmung denkt. Er zeigt, dass Abenteuer nicht in Kilometern gemessen werden, sondern in Momenten der Verbundenheit.

Die Wirkung des Films ist subtil, aber nachhaltig. Viele Zuschauer berichten, dass sie nach der Vorführung ihre eigenen Familienreisen anders geplant haben – weniger Sightseeing, mehr Zeit am Strand, mehr Raum für das Ungeplante. Eltern sagen, sie hören jetzt genauer auf die Fragen ihrer Kinder. Surfer erkennen, dass das Board nicht das Ziel ist, sondern das Mittel, um der Natur näher zu kommen.

„Given“ steht in einer Tradition von Dokumentationen, die Sport und Leben verschmelzen – aber er hebt sich ab durch die konsequente Perspektive des Kindes. Während Filme wie Surf-Kultur oft den Surfer als Held zeigen, zeigt „Given“ die Familie als Gemeinschaft. Der Held ist nicht derjenige, der die höchste Welle reitet, sondern derjenige, der am Abend das Kind in den Arm nimmt, müde, nass, glücklich.

Der Film ist keine Aufforderung, die Welt zu bereisen. Er ist eine Aufforderung, die Welt neu zu sehen – mit Neugier, mit Offenheit, mit der Unschuld, die wir alle einmal hatten. Er erinnert daran, dass die beste Reise nicht die längste ist, sondern die, bei der man am Ende weiß: Ich war ganz da.

Häufige Fragen

Wer sind die Hauptpersonen in „Given“?

Die Hauptpersonen sind die Mitglieder der Familie Goodwin: Daize und Aamion Goodwin sowie ihr sechsjähriger Sohn. Sie sind die einzigen Charaktere der Reise und ihre Interaktionen bilden den Kern der Geschichte.

Was ist die Hauptmotivation der Reise im Film?

Ihre Motivation ist zweigeteilt: einerseits die Suche nach den besten Wellen in Surfspots Hawaiis und Australiens, andererseits die tiefere Erkundung von Liebe und Zusammenhalt. Die Reise wird zum Labor für Familienzusammenhalt.

Warum ist die Perspektive des Kindes so zentral für den Film?

Die Perspektive des Kindes – als Narrator – verleiht dem Film eine unverfälschte Authentizität. Seine Fragen, Kommentare und Reflexionen über Landschaften und Naturphänomene öffnen eine neue Art und Weise, die Welt zu sehen, frei von Erwachsenenfiltern.

Ist „Given“ ein klassischer Surf-Action-Film?

Nein. Obwohl die Action des Surfens Teil der Reise ist, steht sie nicht im Vordergrund. Der Film konzentriert sich auf die visuelle Poesie, die Stille zwischen den Wellen und die Einbeziehung des Familienlebens als Labor für Zusammenhalt.

Welche Botschaft vermittelt der Film an den Zuschauer?

Der Film zeigt, dass Reisen nicht nur Orte verändern, sondern auch die Wahrnehmung. Er ermutigt dazu, die Welt mit offenen Sinnen zu erleben, besonders durch die Augen eines Kindes – ohne Urteil, ohne Druck, einfach da sein. Die Essenz von Familie liegt nicht im Besitz, sondern in der Fähigkeit, gemeinsam aufzubrechen und neue Erfahrungen zu machen.

Quelle Titelbild: Pexels / FOTOGRAF

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