FISE World Series 2016

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1997 begann alles mit einem Studentenprojekt in Südfrankreich – heute ist das FISE Festival eine globale Bewegung. Aus der Idee eines einzigen Mannes, Hervé Andre Benoit, ist die weltweit bedeutendste Plattform für Extremsportler geworden. 2016 steht ganz im Zeichen der Expansion, doch der Geist bleibt derselbe: Kreativität und Asphalt, Rebellion und Freiheit. Kein Investor, kein Kommerz, nur Leidenschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das FISE Festival wurde 1997 von Hervé Andre Benoit als Projekt an der Universität Montpellier gegründet – aus purer Leidenschaft für Extremsportarten.
  • Jährlich lockt das Event über 500.000 Besucher an internationalen Standorten – von Kanada bis China – und bleibt dabei ein kostenfreies Event für alle.
  • Über 25 Disziplinen wie Freestyle BMX, Roller-Slopestyle und Trottinette Spine Ramp prägen das Programm und zeigen die Vielfalt urbaner Sportkultur.
  • Montpellier bleibt der emotionale und organisatorische Herzen von FISE, obwohl die Welttournee 2016 fünf Kontinente berührt.
  • Das Festival steht für die Demokratisierung des Extremsports – ein Event für Athleten und Fans, ohne Barrieren zwischen Zuschauer und Athlet.
1997
Gründungsjahr des FISE Festivals
500.000
Jährliche Besucherzahl des FISE Festivals

„Das FISE Festival ist das absolute Highlight des Jahres für jeden Sportfan – ein Treffpunkt für Sportbegeisterte, wo Kreativität und Asphalt aufeinandertreffen.“

Die Wurzeln in Montpellier

Alles begann 1997, als Hervé Andre Benoit, damals Student an der Universität Montpellier, sein Abschlussprojekt nicht mit klassischer BWL-Theorie, sondern mit echtem Asphalt beantwortete. Seine Leidenschaft für Extremsportarten war stärker als die Vorlesungssäle. Statt Bilanzen bastelte er an einem Konzept, das Szene, Stadt und Sport zusammenbringen sollte: das Projekt FISE. Kein Investor, kein großer Sponsor – nur eine Vision und der Wille, etwas zu verändern.

Das erste Festival fand 1997 in Palavas-les-Flots statt, einem Badeort nahe Montpellier. 100 Athleten, 35.000 Zuschauer, drei Tage purer Adrenalinrausch. Es war kein perfektes Event – aber authentisch. Die Räder knarrten, die Rampen wackelten, doch die Energie war elektrisierend. Dieser Geist, diese Mischung aus Rebellion und Freiheit, wurde zum Markenkern. Heute ist das FISE Festival ein internationales Phänomen, aber die DNA stammt aus jenem Sommer an der Mittelmeerküste.

Montpellier wurde zum Herzen von FISE. Nicht nur geografisch, sondern emotional. Die Stadt öffnete ihre Parks, Straßen und Plätze – verwandelte sich in eine riesige Open-Air-Arena. Die Einheimischen feierten mit, die Szene fühlte sich gesehen. Kein anderes Event brachte damals so viele Disziplinen unter einem Dach zusammen. Es war mehr als ein Wettkampf – es war ein Statement: Extremsport gehört in die Stadt, nicht an den Rand.

Doch der Kern blieb klar: kein elitärer Zirkus, sondern ein Event für Athleten und Fans. Ein Treffpunkt für Sportbegeisterte, egal ob Profi oder Einsteiger. Andre Benoit verstand früh, dass die Stärke des Formats in der Offenheit lag. Kein Eintritt, keine Absperrungen, keine Distanz zwischen Zuschauer und Athlet. Diese Akzeptanz des Formats wuchs – und mit ihr die Besucherzahlen. Aus 35.000 wurden über 500.000 pro Jahr. Die Wurzeln in Montpellier sind tiefer als je zuvor.

Die Welttournee 2016 im Detail

2016 markiert einen Wendepunkt: FISE geht global – aber behält seine Identität. Die FISE World Series umfasst fünf Stationen, verteilt über drei Kontinente. Jeder Standort ist sorgfältig gewählt, jedes Event auf die lokale Szene abgestimmt. Die Tour beginnt traditionell in Montpellier – vom 4. bis 8. Mai – und endet im Oktober in Chengdu, China. Dazwischen liegen Osijek (Kroatien), Denver (USA) und Edmonton (Kanada).

Montpellier – Frankreich (4. – 8. Mai 2016): Die Heimatstadt feiert mit dem größten Programm. Hier finden die meisten Qualifikationen statt, hier ist die Stimmung am intensivsten. Die Stadt lebt eine Woche lang ausschließlich für den Sport. Die Athleten spüren die Energie – viele sagen, hier sei der Druck am größten, aber auch die Anerkennung am wertvollsten. Montpellier Alles öffnet sich für das Festival – Parks, Flussufer, Plätze. Es ist kein importiertes Event, sondern ein Gemeinschaftsprojekt.

Osijek – Kroatien (21. – 23. Juli 2016): Die zweite Station bringt frischen Wind aus Südosteuropa. Osijek ist kein etablierter Extremsport-Hotspot – genau deshalb ist die Wahl so klug. FISE nutzt die Kraft des Events, um neue Märkte zu aktivieren. Die lokalen Communities reagieren mit Begeisterung, die Zuschauerzahlen steigen jährlich. Die Vielfalt des Extremsports wird hier sichtbar – nicht nur in den Disziplinen, sondern in den Gesichtern der Teilnehmer.

Denver – USA (3. – 5. September 2016): Die Rocky Mountains im Hintergrund, die Sonne über Colorado – Denver bietet eine atemberaubende Kulisse. Die US-Szene ist technisch oft führend, besonders im Freestyle BMX. Hier treffen sich die Top-Athleten aus Nordamerika, um sich vor heimischem Publikum zu beweisen. Die Logistik ist enorm: Rampen, Equipment, Sicherheit – alles muss innerhalb weniger Tage aufgebaut werden. Die Kraft des Events zeigt sich in der lokalen Beteiligung – Schulen, Vereine, lokale Marken.

Edmonton – Kanada (16. – 18. September 2016): Nur eine Woche später geht es weiter nach Kanada. Edmonton steht für harte Bedingungen – Wind, Kälte, Asphalt. Doch die Athleten lieben den Fight gegen die Elemente. Kanada und China sind strategische Märkte: beide Länder zeigen steigendes Interesse an urbanen Sportarten. FISE investiert in Nachwuchsprogramme, Workshops und Schulkooperationen – langfristig, nicht nur für die Show.

Chengdu – China (27. – 30. Oktober 2016): Die letzte Station der Tour ist auch die symbolträchtigste. China öffnet sich langsam für Freestyle-Sportarten. Chengdu, eine Millionenstadt im Südwesten, steht für Modernität und kulturelle Offenheit. Die Veranstaltung hier ist kein bloßer Wettbewerb – sie ist ein Kulturaustausch. Junge Chinesen lernen BMX, Roller und Skateboarding kennen – und bringen ihre eigene Ästhetik ein. Jeder Standort hat sein Flair, aber alle verbindet ein Ziel: den Sport weiterzuentwickeln.

Disziplinen und Programmvielfalt

Das FISE Festival lebt von seiner Vielfalt. Über 25 Disziplinen sorgen dafür, dass kein Tag wie der andere ist. Die Kernsportarten – Freestyle BMX, Skateboard, Inline-Skating – werden ergänzt durch Nischenformate wie Trottinette Spine Ramp oder Roller-Slopestyle. Jede Disziplin hat ihre eigene Kultur, ihre eigenen Helden, ihre eigene Sprache.

Freestyle BMX ist nach wie vor der Publikumsmagnet. Athleten wie Daniel Dhers oder Christophe Leininger begeistern mit Double Backflips, Tailwhips und technischen Kombinationen. Die Juroren bewerten nicht nur Schwierigkeit, sondern auch Stil, Flow und Risikobereitschaft. Ein guter Run ist wie ein Tanz – präzise, aber ungezwungen. Die Wettkämpfe finden auf speziell konstruierten Slopestyle-Courses statt, die aus Rails, Spines, Kicker und Quarterpipes bestehen.

Roller-Slopestyle gewinnt immer mehr an Bedeutung. Was vor 20 Jahren als Kinderspielzeug galt, ist heute eine ernstzunehmende Disziplin. Athleten wie Dennis Enarsson oder Sebastian Gravlund pushen die Grenzen – mit Airs über 3 Meter Höhe, 720-Grad-Drehungen und Rail-Tricks. Die Trottinette Spine Ramp ist noch jünger, aber genauso spektakulär. Zwei Rampen gegenübergestellt, dazwischen ein Spine – die Fahrer müssen den Sprung perfekt timen. Die Landung entscheidet über den Erfolg.

Doch FISE ist mehr als Wettkampf. Es gibt Demos, Workshops, Meet-and-Greets. Du kannst mit Profis trainieren, neue Marken testen, dich über Safety-Technologien informieren. Die Vielfalt des Extremsports wird hier erfahrbar – nicht nur als Show, sondern als Lebensform. Die Jury setzt hohe Maßstäbe, aber die Atmosphäre bleibt locker. Fairness, Respekt, Kreativität – das sind die Werte, die zählen. Mehr dazu findest du auf der offiziellen Website des FISE Festivals.

Warum Montpellier bleibt

Trotz der globalen Ausrichtung bleibt Montpellier der zentrale Standort des FISE Festivals. Kein anderer Ort verbindet so viele Faktoren: ideales Klima, offene Stadtverwaltung, starke lokale Szene, historische Bedeutung. Über 500.000 Besucher strömen jährlich in die Stadt – nicht nur für die Wettkämpfe, sondern für das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.

Der kostenfreie Eintritt ist ein klares Bekenntnis zur Inklusion. Es ist kein Event für Sponsoren oder VIPs – es ist ein Event für alle. Ob du aus der Nachbarschaft kommst oder aus Tokio angereist bist: du stehst am selben Zaun, du schreist für denselben Rider. Diese Gleichheit schafft eine einzigartige Atmosphäre – kein anderes Extremsport-Event weltweit bietet diese Mischung aus Nähe und Größe.

Die Infrastruktur in Montpellier ist perfekt auf das Festival abgestimmt. Die Place de l’Europe, der Lez-Fluss, die Skateparks – alles wird temporär zur Arena. Die Stadt schließt sich nicht ein, sie öffnet sich. Die Einheimischen unterstützen das Event, viele arbeiten ehrenamtlich, andere betreiben Food-Stände oder Merch-Buden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt – kein importiertes Event.

Die Sponsoren sind da – aber im Hintergrund. Marken wie Red Bull, Oakley oder Dakine sind präsent, aber nicht dominant. Die Szene bleibt im Vordergrund. Das Vertrauen der Athleten in die Organisation ist hoch. Fehler aus früheren Jahren wurden gelernt, die Abläufe sind professionell, aber nicht bürokratisch. Jeder Standort hat sein Flair, aber Montpellier ist das Zuhause. Es ist der Ort, an dem alles begann – und an dem es immer wieder zurückkehrt.

Community und Szene-Einfluss

Das FISE Festival ist mehr als ein Event – es ist ein Katalysator. Für junge Athleten ist es oft der erste große Auftritt vor internationalem Publikum. Viele Karrieren starteten hier. Hersteller nutzen die Plattform, um neue Produkte zu launchen – von Helmen bis hin zu speziellem Schuhwerk. Die Medienberichterstattung ist enorm: Livestreams, Dokumentationen, Social-Media-Coverage.

Doch der tiefere Einfluss liegt in der Community. Hier entstehen Freundschaften, die über Jahre halten. Athleten aus Kanada trainieren mit Fahrern aus China, Skater aus Frankreich tauschen Tricks mit Rollern aus den USA. Die Sprache spielt keine Rolle – die Bewegung verbindet. Es geht um Respekt, um Anerkennung, um das Verständnis dafür, was es kostet, einen 360-Flip zu landen.

Die Zahlen zeigen das Wachstum: von 100 Athleten 1997 auf heute Hunderte pro Event. Die Besucherzahl stieg von 35.000 auf über 500.000. Doch das Wichtigste ist die Authentizität. Kein Marketing-Trick kann ersetzen, was hier organisch gewachsen ist. Die Szene fühlt sich repräsentiert – nicht ausgenutzt. Das Festival ist eine Plattform für Extremsportler, ein Zeichen der Expansion – aber auch ein Ort der Wurzeln. Weitere Einblicke in die Szene findest du in unserem Artikel zum Bouldern in der Stadt oder im Guide zu Trail Running.

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