Vulcano-Boarding – Surfen auf heißem Vulkangestein

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IBS Publishing Team

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Mit bis zu 80 km/h auf einem Holzschlitten den Hang eines brodelnden Vulkans in Nicaragua hinunterrasen? Ein waghalsiger Extremsport zwischen Nervenkitzel und purem Wahnsinn. Wir stellen euch den verrückten Trendsport Vulcano-Boarding vor.

Die etwas andere „Schwarze Piste“

ACDC’s „Highway to Hell“ hat nun eine neue Adresse: Cerro Negros in der Stadt León im Norden Nicaraguas. Cerro Negros – einer der aktivsten Vulkane des gesamten Landes – wird zur Hauptattraktion vieler Touristen und Adrenalinjunkies. Der Grund: Vulcano-Boarding.

Doch bevor man den Vulkan heruntersurfen kann, muss man erstmal hinauf zum Krater – einen schnieken Skilift gibt es für diese wortwörtlich schwarze Piste nicht. Bepackt mit einer sperrigen Holzplatte auf dem Rücken (deinem Schlitten für die Abfahrt) geht es also Schritt für Schritt den 728 Meter hohen Vulkan hinauf. Mit jedem Schritt nach oben steigt nicht nur die Temperatur, sondern auch das Adrenalin ins Unermessliche.

Oben angekommen muss man erstmal innehalten: Eine epische Aussicht über die Vulkan-Bergkette Cordillera de los Maribios kürt die Wanderung auf das schwarze Ungetüm Cerro Negros. An günstigen Tagen reicht der Horizont bis zum Pazifik hinaus und lässt einen fast schon vergessen, dass man sich noch inmitten Zentralamerikas und nicht in einer extraterrestrischen Mondlandschaft befindet.

Nach diesem übersinnlichen Ausblick wird der Blick wieder nach unten geworfen, und zwar den steilen Hang des Vulkans hinunter – denn der wird jetzt mit ca. 80 km/h auf einer Holzplatte zurückgelegt.

Du, ein Holzbrett und heißes Lavagestein

Viel Trara gibt es vor dem rasanten Vulkanabstieg nicht mehr – schnell noch in den Overall schlüpfen und Schutzbrille auf, dann geht es schon ab auf die Holzplatte, die das Gefährt fürs Vulcano-Boarding darstellt. Fun Fact: Legenden zufolge, soll sich eine Holzplatte mit Seil im Test gegen Matratzen, Haus- und sogar Kühlschranktüren als sicherste und agilste Methode des Vulcano Boarding bewährt haben.

Die Instruktionen/Sicherheitstipps sind eher bescheiden: Nicht schreien und Mund geschlossen lassen – es sei denn man will den Geschmack von Vulkanstaub und spitzen Lavasteinen kennenlernen. Seil in die Hand & ab geht die Post!

Vulcano-Boarding in Nicaragua – ein Extremsport der Superlative! (Quelle: YouTube / Scott Parry)

Doch statt auf samtig weißem Schnee, erwartet Dich beim Vulcano Boarding der Widerstand von spitzen Lava-Steinen. Ist der Anfang noch relativ holprig, nimmt die Fahrt nach der Gewichtsverlagerung doch noch Geschwindigkeit auf. Je weiter man sich zurücklehnt, desto schneller geht es hinab.

Eine gefühlte Sekunde vergeht und man befindet sich wieder auf sicherem, geradem Boden – zumindest so sicher, wie es am Fuße eines aktiven Vulkans sein kann. Zurück bleibt das Gefühl einer wilden Ekstase kombiniert mit dem Wunsch nach einer eiskalten Dusche.

Statement

Statt „Evakuation“ eine wahre „Attraktion“ – Vulcano-Boarding stellt in Nicaragua tatsächlich die zweitgrößte Einnahmequelle dar. Eine Abfahrt inklusive Verpflegung beläuft sich bei ungefähr 30 USD. Doch auch das Risiko dieses Extremsports hat seinen Preis.

Quelle Titelbild:  iStock / dimarik



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