Team Proton: Das Familien-Rennteam, das die Werksteams schlägt
Kein Werksvertrag, kein Milliarden-Budget, gerade einmal 18 Festangestellte. Und trotzdem hat Proton Competition Klassensiege in Le Mans errungen, die 24 Stunden von Daytona gewonnen und einen ununterbrochenen WEC-Startrekord seit 2012. Das ist die Geschichte des vielleicht bemerkenswertesten Familienunternehmens im Motorsport.

Drei Generationen Rennsport
Als Gerold Ried 1996 in Ummendorf, einem kleinen Ort in Süddeutschland, ein Rennteam gründete, rechnete niemand damit, dass dieses Team drei Jahrzehnte überdauern würde. Heute hält sein Sohn Christian Ried den Rekord von 85 aufeinanderfolgenden WEC-Renneinsätzen – und Enkel Jonas Ried fährt bereits Prototypen in der European Le Mans Series.
Christian begann 1999 im Alter von 20 Jahren mit dem Rennsport und pilotierte einen Porsche 993 GT2. Bis 2018 stand er ganz oben: Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans – gemeinsam mit Matt Campbell und dem damals erst 18-jährigen Julien Andlauer, bei strömendem Regen. Es bleibt einer der meistgefeierten Privatier-Siege der jüngeren Le-Mans-Geschichte.
David gegen Goliath – und David gewinnt
Proton Competition ist einzigartig im Welt-Motorsport: Es ist das einzige Team weltweit, das das komplette Spektrum abdeckt – vom nationalen Markenpokal (Porsche Carrera Cup) bis zur Königsklasse des Langstreckenrennsports (FIA WEC Hypercar). Kein Werksteam macht das. Kein anderer Privatier kommt auch nur annähernd heran.
2025 lieferte das Carrera-Cup-Team eine dominante Saison: Robert De Haan holte den Fahrertitel mit sechs Siegen und vier Pole Positions, sein Teamkollege Sacha Norden sicherte sich den Rookie-Titel. Gleichzeitig gewann Protons Ford Mustang GT3 die GTD-Pro-Klasse bei den 24 Stunden von Daytona.
Die Zahlen sprechen für sich. Gegen werksunterstützte Teams mit zehnfacher Mannstärke schlägt Proton regelmäßig über seiner Gewichtsklasse zu.

Die Saison 2026
In dieser Saison startet Proton Competition mit einem ambitionierten Mehrserien-Programm:
- FIA WEC (LMGT3): Zwei Ford Mustang GT3 Evo (#77 und #88), unter anderem mit Ex-Formel-1-Fahrer Logan Sargeant und Porsche-Werksfahrer Dennis Olsen
- European Le Mans Series: Zwei Porsche 911 GT3 R in der LMGT3 sowie ein Oreca 07 LMP2 mit DTM-Legende Mike Rockenfeller und Jonas Ried
- Porsche Carrera Cup Deutschland: Titelverteidigung in der Fahrer- und Rookie-Wertung mit dem brandneuen Cup-Auto der Generation 992.2
- Porsche Supercup: Rennen im Rahmenprogramm der Formel 1 auf Strecken wie Monaco, Spa und Monza
Talentschmiede für junge Fahrer
Protons Erfolgsbilanz bei der Entwicklung junger Fahrer zu Weltklasse-Piloten ist beeindruckend. Laurin Heinrich gewann 2021 mit dem Team die Rookie-Wertung im Carrera Cup – 2024 war er bereits vollwertiger Porsche-Werksfahrer. Robert De Haan folgte der gleichen Laufbahn: vom Proton-Neuling zum Carrera-Cup-Champion in einer einzigen Saison.
Der Weg ist klar: Carrera Cup → Supercup → ELMS → WEC → Le Mans. Proton ist eines der wenigen Teams weltweit, das einem Fahrer eine komplette Karriereleiter unter einem Dach bieten kann.

Das Hollywood-Kapitel
Zwischen 2014 und 2020 betrieb Proton ein Joint Venture mit Patrick Dempsey – dem Schauspieler, der als Dr. Derek Shepherd in Grey’s Anatomy weltweit bekannt wurde. Als Dempsey-Proton erzielte die Partnerschaft einen sensationellen zweiten Platz bei den 24 Stunden von Le Mans 2015. Noch wichtiger: Sie brachte das Team – und den Langstreckenrennsport insgesamt – einem globalen Publikum nahe, das weit über die Motorsport-Blase hinausreichte.
Was Proton besonders macht
In einer Ära des herstellerdominierten Motorsports beweist Proton Competition, dass ein familiengeführtes Team mit tiefgreifender Expertise, klugen Entscheidungen und purer Leidenschaft ganz oben mitfahren kann. Von Ummendorf nach Le Mans, vom Carrera Cup zur WEC – das ist unabhängiger Rennsport in seiner besten Form.
Quelle Titelbild: Pexels / Dawid Tkocz
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Häufig gestellte Fragen
Was ist Proton Competition?
Proton Competition ist ein familiengeführtes Motorsport-Team aus Ummendorf in Süddeutschland. Gegründet 1996 von Gerold Ried, ist es das einzige Privatteam weltweit, das vom nationalen Porsche Carrera Cup bis zur FIA WEC Hypercar-Klasse in Le Mans alle Stufen abdeckt.
Wie viele Mitarbeiter hat Proton Competition?
Proton Competition arbeitet mit nur rund 18 Festangestellten — ein Bruchteil dessen, was werksunterstützte Teams aufbieten. Trotzdem hat das Team Klassensiege in Le Mans, Daytona und der WEC errungen.
Hat Proton Competition in Le Mans gewonnen?
Ja. Proton Competition gewann 2018 den Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans mit Christian Ried, Matt Campbell und dem damals erst 18-jährigen Julien Andlauer — bei strömendem Regen.
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Frequently Asked Questions
What should you know about Drei Generationen Rennsport?
Als Gerold Ried 1996 in Ummendorf, einem kleinen Ort in Süddeutschland, ein Rennteam gründete, rechnete niemand damit, dass dieses Team drei Jahrzehnte überdauern würde. Heute hält sein Sohn Christian Ried den Rekord von 85 aufeinanderfolgenden WEC-Renneinsätzen – und Enkel Jonas Ried fährt
What should you know about David gegen Goliath – und David gewinnt?
Proton Competition ist einzigartig im Welt-Motorsport: Es ist das einzige Team weltweit, das das komplette Spektrum abdeckt – vom nationalen Markenpokal (Porsche Carrera Cup) bis zur Königsklasse des Langstreckenrennsports (FIA WEC Hypercar). Kein Werksteam macht das. Kein anderer Privatier
What should you know about Die Saison 2026?
In dieser Saison startet Proton Competition mit einem ambitionierten Mehrserien-Programm:
FIA WEC (LMGT3): Zwei Ford Mustang GT3 Evo (#77 und #88), unter anderem mit Ex-Formel-1-Fahrer Logan Sargeant und Porsche-Werksfahrer Dennis Olsen
European Le Mans Series: Zwei Porsche 911 GT3 R in der






